Rückblick: Automotive trifft Luftfahrt – Marktpotenziale auf der ILA
Wie können Unternehmen der Fahrzeug- und Zulieferindustrie in Berlin‑Brandenburg ihre technologischen Kompetenzen in neue Branchen übertragen und damit ihre Zukunftsfähigkeit stärken?
Mit dieser Leitfrage richtete das ReTraNetz‑BB am Freitag, dem 12. Juni, auf der ILA Berlin die Netzwerkveranstaltung „Automotive trifft Luftfahrt – Marktpotenziale auf der ILA“ aus.
Rund 15 Unternehmen aus der regionalen Automotive-Wertschöpfungskette nahmen teil und nutzten die Gelegenheit, sich über konkrete Diversifizierungsmöglichkeiten in der Luftfahrt zu informieren. Ziel war es, einen praxisnahen und realistischen Blick auf die Anforderungen, Chancen und Einstiegsszenarien in dieser technologieintensiven Branche zu geben.
Fachsession: Drei Perspektiven – ein gemeinsames Bild
Die einleitende Fachsession beleuchtete das Themenfeld Luftfahrt aus drei wesentlichen Richtungen:
• BDLI – Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie
Der BDLI vertreten durch Herrn Dr. Berndes (Leiter Ausrüstung & Werkstoffe) gab einen Überblick über die aktuelle Marktsituation, die internationalen Trends und die strategischen Herausforderungen der Luftfahrtbranche. Dabei wurde deutlich, wo potenzielle Anknüpfungspunkte für neue Zulieferer bestehen und welche technologischen Kompetenzen besonders gefragt sind.
• Rolls-Royce
Rolls Royce bot mit Herrn Becker (Sourcing Compliance Manager) eine praxisnahe Perspektive: Einblicke in interne Einkaufsprozesse, regionale Schwerpunkte und Qualitätsanforderungen eines globalen OEMs. Dadurch wurde sehr greifbar, wie Kompetenzen aus der Automobilindustrie, etwa in Produktion oder Qualitätsmanagement, in der Luftfahrt Anwendung finden können.
• BoostAeroSpace
Herr Jungnickel (Director Germany) von BoostAeroSpace stellte seine Organisation vor und die Teilnehmenden erfuhren, welche Anforderungen für den Einstieg in vorhandene Lieferketten erfüllt werden müssen und wie digitales Datenmanagement und Sicherheitsstandards dabei unterstützt.
Aus der wertvollen Kombination dieser Perspektiven, von Branche, Plattform und OEM, entstand ein klares, geschlossenes Bild der Marktdynamik, das den Teilnehmenden eine realistische Orientierung bot.
Rundgang & Networking: Austausch direkt vor Ort
Nach der Fachsession folgte ein geführter Rundgang über die ILA, bei dem die Teilnehmenden ausgewählte Ausstellende, darunter Airbus, Fraunhofer IPK und Deutsche Aircraft, besuchten und weitere Einblicke in Prozesse, Potentiale, Zertifizierungen und Bedarfsszenarien sammelten.
Beim anschließenden Get‑Together am Berlin‑Brandenburger Gemeinschaftsstand ergab sich zusätzlicher Austausch: Am Stand stellten eine Vielzahl regionaler Unternehmen aus. Ihre unmittelbare Nähe ermöglichte es den Teilnehmenden, unkompliziert Kontakte in die Breite der regionalen Luftfahrtlandschaft zu knüpfen. Die offene Atmosphäre führte dazu, dass sich Fachgespräche, spontane Begegnungen und mögliche Kooperationsansätze organisch ergaben. Das Resultat, ein wertvoller Mehrwert für beide Branchen.
Fazit: Große Chancen für die regionale Transformation
Die Veranstaltung hat gezeigt, die Stärken der Fahrzeug- und Zulieferindustrie in Berlin‑Brandenburg sind für andere Branchen hoch relevant und die Luftfahrt bietet attraktive Möglichkeiten zur Diversifizierung und Stabilisierung der eigenen Marktposition.
Gleichzeitig profitieren Luftfahrtakteure von dem Know-how, der Innovationskraft und den Produktionskompetenzen der regionalen Automotive-Unternehmen.
So wurden an diesem Tag nicht nur neue Perspektiven eröffnet, sondern auch eine engere Verbindung zwischen zwei bedeutenden Industriezweigen der Hauptstadtregion geschaffen.