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Branchentransfer

Branchentransfer

Die Automobil- und Zulieferindustrie in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der durch technologische Innovationen, Digitalisierung und die Anforderungen der Dekarbonisierung geprägt ist. In diesem Kontext gewinnt der Branchentransfer zunehmend an Bedeutung: Bestehende Kompetenzen, Technologien und industrielle Fähigkeiten der Automobil- und Zulieferindustrie werden gezielt auf andere Zukunftsbranchen übertragen, um neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit der Region nachhaltig zu stärken.

Die Hauptstadtregion Belin-Brandenburg bietet hierfür besonders günstige Voraussetzungen. Mit ihrer vielfältigen Industrielandschaft, einer starken Forschungs- und Wissenschaftsinfrastruktur, dynamischen Start-up-Ökosystemen sowie exzellenten Netzwerken zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik verfügt sie über ein hohes Innovationspotenzial. Diese Stärken ermöglichen es, Schlüsselkompetenzen aus der Automobil- und Zulieferindustrie, etwa in den Bereichen Produktion, Leichtbau, Softwareentwicklung, Sensorik oder Systemintegration, effektiv in neue Anwendungsfelder zu überführen.

Besonders vielversprechend sind dabei die hier gelisteten Branchen. Sie profitieren in hohem Maße von den technologischen Schnittstellen zur Automobil- und Zulieferindustrie und eröffnen gleichzeitig neue Marktchancen für Unternehmen der Region. Der gezielte Ausbau dieser Vernetzungen bietet die Chance, die wirtschaftliche Transformation aktiv zu gestalten und die Hauptstadtregion als führenden Innovations- und Industriestandort weiter zu profilieren. Das ReTraNetz-BB unterstützt Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie dabei gezielt bei der Orientierung und Umsetzung von Branchentransfers und begleitet sie auf dem Weg in neue Märkte und Anwendungsfelder.

Die Luft- und Raumfahrt bietet besonders konkrete und anschlussfähige Marktpotenziale für den Branchentransfer der Automobil- und Zulieferindustrie in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg. Als einer der führenden Standorte der Branche in Deutschland gehört die Region zu den Top-3 und verfügt über ein starkes industrielles Umfeld mit etablierten Unternehmen, spezialisierten Zulieferern und engen Vernetzungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Inhaltliche Schwerpunkte liegen insbesondere in der Triebwerkstechnik, der Wartung, Reparatur und Überholung (MRO) sowie im Bereich Raumfahrt. Diese Spezialisierungen schaffen konkrete Ansatzpunkte für den Transfer bestehender Kompetenzen aus der Automobil- und Zulieferindustrie. Gleichzeitig ist die Branche eng mit zahlreichen wissenschaftlichen und technologischen Einrichtungen der Region vernetzt, was den Zugang zu Kooperationen und neuen Marktchancen erleichtert.

Die Struktur der Branche eröffnet vielfältige Einstiegsmöglichkeiten: Ein Großteil der Unternehmen ist in zentralen Bereichen wie Ausrüstung und Systemen, Aerostrukturen oder Antriebstechnologien tätig. Gleichzeitig ist die Luft- und Raumfahrt stark durch spezialisierte Zulieferstrukturen geprägt, in denen viele Unternehmen als Tier-1- oder Tier-2-Zulieferer agieren – ein wichtiger Ansatzpunkt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Auch hinsichtlich der Anwendungsfelder ist die Branche breit aufgestellt. Neben klassischen Segmenten gewinnen zunehmend Bereiche wie Sicherheit und Verteidigung, Advanced Air Mobility und Raumfahrt an Bedeutung und erweitern die Marktchancen zusätzlich. Die dynamische Entwicklung der Branche unterstreicht ihre Attraktivität: Mit einem Umsatz von rund 52 Milliarden Euro und etwa 120.000 Beschäftigten im Jahr 2024 bietet die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie stabile, wachstumsstarke und international ausgerichtete Perspektiven.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie ist dieser Markt hochrelevant. Der strukturelle Wandel erhöht den Druck zur Neuausrichtung – gleichzeitig bieten sich konkrete Chancen zur Diversifizierung. Bestehende Kompetenzen, etwa in Leichtbau, Präzisionsfertigung, Sensorik oder Software, lassen sich direkt in der Luft- und Raumfahrt einsetzen. Die Branche ermöglicht den Zugang zu anspruchsvollen internationalen Märkten sowie langfristigen Geschäftsperspektiven.

Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bietet attraktive und konkrete Marktpotenziale für den Branchentransfer der Automobil- und Zulieferindustrie in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg. Als politisches und strategisches Zentrum verfügt die Region über eine besondere Standortqualität mit enger Anbindung an Bundesinstitutionen, sicherheitsrelevante Akteure sowie ein wachsendes industrielles Umfeld entlang verteidigungsnaher Wertschöpfungsketten.

Auch ein Blick auf den Gesamtmarkt unterstreicht die Relevanz: Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie erwirtschaftet jährlich rund 45–50 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt mehrere hunderttausend Menschen direkt und indirekt. Die Branche wird dabei von großen Systemanbietern geprägt, die komplexe Gesamtsysteme verantworten. Gleichzeitig ist die Wertschöpfung stark arbeitsteilig organisiert, ein erheblicher Teil entfällt auf spezialisierte kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die als Zulieferer zentrale technologische Komponenten bereitstellen.

Die Nachfrage ist insbesondere in technologisch anspruchsvollen Bereichen hoch, etwa in der Fahrzeugtechnik, Kommunikations- und Sensorsystemen, Schutztechnologien sowie unbemannten Systemen. Für Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie ergeben sich hier vielfältige Anknüpfungspunkte: Bestehende Kompetenzen in Elektronik, Softwareintegration, robustem Systemdesign oder Produktionstechnologien lassen sich direkt übertragen. Gleichzeitig bietet die stark differenzierte Zulieferstruktur konkrete Einstiegsmöglichkeiten, insbesondere für KMU, die sich als spezialisierte Partner in bestehende Lieferketten integrieren können.

Die Branche entwickelt sich dynamisch, nicht zuletzt durch steigende Verteidigungsausgaben: Deutschland hat sein Verteidigungsbudget in den letzten Jahren deutlich erhöht und zählt inzwischen zu den größten Ausgabenträgern in Europa, was zusätzliche Marktimpulse schafft.

Ein wichtiger Impuls für die Region entsteht zudem durch den im Aufbau befindlichen Tech Hub SVI Ost. Als kollaborative Plattform unterstützt er insbesondere Single- und Dual-Use-Technologieanbieter dabei, Innovationen bis zur Marktreife zu bringen und erfolgreich zu skalieren, und stärkt damit gezielt die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Branchentransfer.

Für KMU der Automobil- und Zulieferindustrie gewinnt dieser Markt damit deutlich an Bedeutung. Er eröffnet neue wachstumsstarke Geschäftsfelder, ermöglicht eine strategische Diversifizierung und bietet Perspektiven in einem sicherheitsrelevanten und langfristig stabilen Umfeld.

 

Die Medizintechnik ist ein zentraler Bestandteil der Gesundheitswirtschaft und zählt zu den dynamischsten Zukunftsmärkten Deutschlands. Die Branche ist eingebettet in einen der größten Wirtschaftsbereiche des Landes mit rund 7,7 Millionen Erwerbstätigen. Sie trägt maßgeblich zur wirtschaftlichen Leistung bei und steht für 12,5 % der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung (490,2 Mrd. Euro); zugleich liegt ihr Anteil am Gesamtexport bei 9,6 %. Innerhalb dieses wachstumsstarken Umfelds nimmt die Medizintechnik eine besonders innovationsgetriebene Rolle ein, die maßgeblich durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geprägt wird.

Auch die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg gehört zu den führenden Standorten der Gesundheitswirtschaft in Deutschland. Eine Vielzahl von Medizintechnikunternehmen sowie eine dichte Forschungs- und Kliniklandschaft bilden hier ein leistungsfähiges Innovationsökosystem. Charakteristisch ist die starke Präsenz von KMU, die in enger Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen neue Technologien entwickeln und schnell in die Anwendung überführen.

Inhaltlich bietet die Medizintechnik vielfältige Anknüpfungspunkte für Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie. Kompetenzen in Bereichen wie Sensorik, Elektronik, Präzisionsfertigung, Materialien oder softwarebasierte Systeme können gezielt übertragen werden. Gerade für KMU eröffnen sich dabei flexible Einstiegsmöglichkeiten entlang spezialisierter und arbeitsteiliger Wertschöpfungsketten.

Getrieben durch den demografischen Wandel, steigende Gesundheitsausgaben sowie technologische Entwicklungen in Digitalisierung und personalisierter Medizin wächst die Nachfrage kontinuierlich. Die stabilen Rahmenbedingungen und die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Gesundheitswirtschaft eröffnen insbesondere KMU attraktive Chancen, sich langfristig in einem innovationsstarken und resilienten Zukunftsmarkt zu positionieren.

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Die Greentech-Branche bietet konkrete und zukunftsorientierte Marktpotenziale für den Branchentransfer der Automobil- und Zulieferindustrie in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg. Sie zählt zu den dynamischsten Wirtschaftsfeldern Deutschlands: Mit einer Bruttowertschöpfung von rund 314 Milliarden Euro im Jahr 2023 und etwa 3,4 Millionen Beschäftigten ist sie ein zentraler Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft und steht für rund 9 % der gesamten Wertschöpfung. Dabei spielen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine tragende Rolle als Innovations- und Beschäftigungsmotor.

Auch die Hauptstadtregion weist ausgeprägte Stärken im Bereich Energie- und Umwelttechnik auf. Allein im Cluster Energietechnik Berlin-Brandenburg sind über 6.400 Unternehmen mit rund 58.000 Beschäftigten aktiv, wobei die Struktur maßgeblich durch KMU geprägt ist. Schwerpunkte liegen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energiespeicher, intelligente Netze sowie Wasserstofftechnologien. Diese Struktur schafft ein leistungsfähiges regionales Ökosystem, in dem insbesondere KMU industrielle Kompetenzen, technologische Entwicklung und Anwendung eng miteinander verzahnen.

Inhaltlich eröffnet die Greentech-Branche vielfältige Anknüpfungspunkte für Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie. Insbesondere in Feldern wie nachhaltige Mobilität, Energie- und Ressourceneffizienz oder Kreislaufwirtschaft lassen sich bestehende Kompetenzen, etwa in Produktionstechnologien, Elektronik, Materialentwicklung oder Software, direkt übertragen. Gerade für KMU bestehen hier niedrige Markteintrittsbarrieren und flexible Anschlussmöglichkeiten in unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen, da die Branche stark diversifiziert und arbeitsteilig organisiert ist.

Die steigende Bedeutung von Klimaschutz, Dekarbonisierung und Ressourceneffizienz sorgt für dauerhaft wachsende Märkte und stabile Nachfrage. Politische Zielsetzungen wie die Klimaneutralität bis 2045 sowie umfangreiche Investitionen in Energieinfrastruktur und nachhaltige Technologien verstärken diese Entwicklung zusätzlich und eröffnen insbesondere KMU langfristige Wachstums- und Transformationschancen.